Lange Zeit dachte ich, mit mir stimmt etwas nicht.
Mein Körper sprach zu mir, durch Schlafprobleme, innere Unruhe, Erschöpfung, Symptome, die kamen und nicht gingen. Ich hörte ihm zu, aber ich verstand ihn falsch. Ich dachte, ich sei das Problem. Dass ich nicht stark genug bin, nicht belastbar genug, nicht richtig so wie ich bin.
Also kämpfte ich. Gegen mich selbst. Lange. Mit aller Kraft.
Was ich damals noch nicht wusste: Der Feind war nie mein Körper. Und er war nie ich. Der Feind waren Konstrukte, Bilder davon, wie ich zu sein habe, was ich leisten muss, wie viel Platz mir zusteht. Bilder, die mir nie selbst gehörten, sondern die durch Erziehung und Gesellschaft still und leise in mich hineingefunden hatten. So still, dass ich dachte, sie wären ich.
Und da war noch etwas anderes: eine tiefe Sehnsucht. Nach Verbundenheit. Nach Liebe. Nach Zugehörigkeit. Nach dem Gefühl, wirklich gesehen und wertgeschätzt zu werden. Ich suchte das im Außen, in anderen Menschen, in Anerkennung, in Beziehungen. Und ich verstand lange nicht, warum es nie wirklich ankam, nie wirklich sättigte.
Bis mir klar wurde: Was ich mir von anderen wünschte, existierte in mir selbst noch nicht. Ich konnte nicht empfangen, was ich mir selbst nicht gab.
Das war der Moment, in dem ich aufhörte zu kämpfen und anfing hineinzuhorchen. Ich fing an, die Muster zu erkennen. Ihnen ins Gesicht zu schauen.
„Was ich ins Licht bringe, verliert seine Macht über mich.
Die Natur war dabei mein stärkster Begleiter. In ihrer Stille fand ich den Raum, den ich innen brauchte. Sie hat mich nie bewertet. Nie gedrängt. Sie war einfach da, und in dieser Gegenwart konnte ich es auch sein.
Heute
Heute begleite ich Menschen, die ich von früher kenne. Nicht persönlich, aber innerlich. Menschen, die erschöpft sind vom Funktionieren, die sich Stück für Stück verloren haben in der Anpassung an andere, und die sich nach dem Gefühl sehnen: Ich bin genug.
Am Ende wartet nicht eine neue Version von dir, sondern du selbst. Die echte. Die schon immer da war.
Meine Qualifikationen